20 Jahre “Naturschutz. Für Dich. Vor Ort”

Mit viel Leidenschaft und Fachwissen kümmern sich insgesamt 70 Gebietsbetreuer*innen um die schönsten und schützenswertesten Naturjuwelen in Bayern. In diesem Jahr haben sie allen Grund zum Feiern, denn ihr Projekt wird 20 Jahre alt! Um diesen besonderen Anlass gebührend zu würdigen, finden in allen bayerischen Regierungsbezirken den Sommer über Jubiläumsfeiern statt. Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken e.V. lud als Träger der beiden Projekte „Sandschutzgebiete bei Erlangen” und „Taubertal“ alle mittelfränkischen Gebietsbetreuer*innen und zahlreiche Wegbegleiter*innen und Gäste am heutigen Freitag, den 26. Juni ins Naturschutzgebiet Tennenloher Forst im Landkreis Erlangen-Höchstadt ein. Anlässlich der Jubiläumsfeier wurde von Herrn Staatsminister Joachim Herrmann und Frau Ulrike Lorenz vom Bayerischen Naturschutzfonds auch die neue Beschilderung der Rundwege um das Gehege der Wildpferde eingeweiht.
 
Bezirksrätin Gisela Niclas begrüßte in ihrer Funktion als Vorständin des Landschaftspflegeverbands die Anwesenden: „Wir haben doppelten Grund zur Freude: Wir feiern das 20jährige Bestehen des Projektes „Gebietsbetreuung in Bayern“ des Bayerischen Naturschutzfonds, und wir feiern unsere Pionierarbeit als Landschaftspflegeverband Mittelfranken. Wir gehören zu den Ersten in ganz Bayern, die 2002 mit der Gebietsbetreuung losgelegt haben. „Pferde statt Panzer“ bringen zwei Jahrzehnte nachhaltiger Konversionsarbeit auf einen knappen Nenner. Mit behutsamer Gebietsbetreuung schützen wir den Lebensraum vieler seltener Tiere und Pflanzen. Mit unseren umweltpädagogischen Aktivitäten begeistern wir Jung und Alt für die Artenvielfalt in der Fränkischen Wüste. Darauf sind wir stolz. Wir danken allen Partnern für die gute Zusammenarbeit.”
 
Susanne Belting, Fachliche Leitung der DBU Naturerbe GmbH, betonte, wie wichtig eine konstruktive Zusammenarbeit ist: „Naturschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Es bedarf vieler Akteurinnen und Akteure, um Erfolgsgeschichten wie hier zu schreiben und Maßnahmen auf die Flächen zu bekommen, die selten gewordene Lebensräume erhalten und optimieren. Die Gebietsbetreuung Bayern leistet auch im Nationalen Naturerbe wichtige Arbeit für den Erhalt der biologischen Vielfalt.“
 
Auch der stellvertretende Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt Manfred Bachmayer unterstrich in seinem Redebeitrag: „Ein wichtiges Fundament zur Erreichung der Zielvorgaben ist die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten auf der Fläche."

Joachim Herrmann, Staatsminister des Inneren, für Sport und Integration erläuterte, dass im Tennenloher Forst mit dem Abzug der US-Army und der Auflösung ihres Schießgeländes ein ökologisch hochwertiges Gebiet wieder frei zugänglich wurde. „So erfreulich diese Entwicklung war, so gefährlich war es, diese außergewöhnlichen Flächen sich selbst zu überlassen. Mit dem Engagement des Landschaftspflegeverbands und der Ansiedlung der Wildpferde konnte ein optimaler Schutz dieser Flächen erreicht werden, der sich im Interesse unserer Umwelt hervorragend bewährt hat. Ohne die Gebietsbetreuung gäbe es das landesweit herausragende, vorbildliche Beweidungsprojekt mit den Wildpferden nicht!”

Die Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds kofinanziert die Gebietsbetreuung zu 85%. Vorständin Ulrike Lorenz ist erfreut, dass die Gebietsbetreuung Bayern eine Erfolgsgeschichte der Fördertätigkeit des Bayerischen Naturschutzfonds geworden ist. „Zwischenzeitlich werden bayernweit 60 ökologisch sensible Gebiete betreut. Mit ihrer Kompetenz und Kreativität, ihrem Sachverstand und ihrer guten Kommunikation faszinieren und begeistern die Gebietsbetreuer*innen für Natur- und Artenvielfalt. In der aktuellen Förderperiode (2021 bis 2024) stellt der Bayerische Naturschutzfonds für die Gebietsbetreuung Bayern fast 9 Millionen Euro zur Verfügung.“, so Lorenz.
 
Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer ergänzte „Die Gebietsbetreuer vermitteln Umweltwissen, werben für den Naturschutz oder erläutern, warum manches in ökologisch sensiblen Gebieten verboten ist. Sie stärken damit wesentlich das Verständnis für unsere Lebensräume, sie haben sich in den letzten 20 Jahren für den Umwelt- und Naturschutz unentbehrlich gemacht.“

Till Scholl vom Landschaftspflegeverband hob als Sprecher der mittelfränkischen Gebietsbetreuer*innen die Vielfalt der Projekte und Tätigkeiten der Gebietsbetreuer*innen hervor: „Insgesamt kümmern sich in Mittelfranken 8 Gebietsbetreuer*innen in 5 Projekten um die Naturschätze unserer Region. Umweltbildung, Aufklärung, Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit gehören in allen betreuten Gebieten zu den Kernaufgaben der Gebietsbetreuung. Im „Taubertal in Mittelfranken mit Seitentälern” liegt der Fokus darüber hinaus vor allem auf der Pflege der ökologisch wertvollen Hangflächen. Im Projekt „Altmühlfranken” engagieren sich die Gebietsbetreuer besonders im Wiesenbrüterschutz. Beim „Naturverträglichen Steinabbau im südlichen Frankenjura“ liegt der Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit mit Behörden und Steinbruchbetreibern bezüglich der Umsetzung von zielgerichteten Schutzmaßnahmen und in den „Hutangern in der Hersbrucker Alb” steht die Beweidung mit Rindern im Mittelpunkt.”

Die „Sandschutzgebiete bei Erlangen” umfassen neben dem Naturschutzgebiet Tennenloher Forst im Landkreis Erlangen-Höchstadt auch das Naturschutzgebiet Exerzierplatz und die beiden Geschützten Landschaftsbestandteile Holzweg und Riviera. Die dortigen Gebietsbetreuer*innen kümmern sich nicht nur um das Beweidungsprojekt mit den Wildpferden im Tennenloher Forst, sondern in allen vier Gebieten auch um die Umweltbildung für Jung und Alt sowie die Öffentlichkeitsarbeit. In den letzten 20 Jahren realisierten die Gebietsbetreuer*innen 140 Projekttage mit 8000 Schüler*innen und zeigten bei 400 Führungen 10.000 Menschen die versteckten Schönheiten der „Fränkischen Wüste”. Mit zahlreichen Vorträgen, Fernseh- und Radiobeiträgen, Presseartikeln, Infoständen, Infotafeln, Faltblättern, Broschüren, Kalendern, Fotowettbewerben, Malbüchern,
einer eigenen Homepage und Facebook- und Instagram-Seiten sowie unzähligen Gesprächen mit Besucher*innen hat die Gebietsbetreuung den Lebensraum Sand zusätzlich kontinuierlich in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

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