Harte Arbeit beim Abfischen

Am 15. Oktober war es wieder soweit: In den frühen Morgenstunden hat Teichwirt Lorenz Möhring am BN-Blätterweiher die Bretter am Ablauf, dem „Mönch“, gezogen und so den Wasserstand abgesenkt. Es ist eine Knochenarbeit für die zahlreichen Helfer die Karpfen aus der Abfischgrube mit Netzen zu fangen und in Wannen herauszutragen. Auf einer selbst konstruierten Rutsche werden die verschiedenen Fischarten sortiert, in Netzen zwischengelagert und dann schließlich von Fischhändlern abgeholt.

Ein Teil dieser „Karpfen pur Natur“ werden zu Filets verarbeitet und tiefgefroren über den BN vermarktet. Außerdem veranstaltet der BUND Naturschutz regelmäßig Fischpartien in vier verschiedenen Wirtschaften, bei denen man dieses leckere Regionalprodukt verkosten kann. Anmeldung und Termine unter info(at)KarpfenPurNatur.de

Jedes Jahr wird auch kontrolliert wie sich der Bestand der seltenen Schlammpeitzger entwickelt hat (Misgurnus fossilis, Rote Liste Deutschland 2 „stark gefährdet“). Dieses Jahr sind auch einige 1 bis 2-jährige Jungfische in den Kescher gegangen, ein Zeichen für eine erfolgreiche Nachzucht. Der nachtaktive Fisch gründelt mit 6 Barteln im Schlamm und kann den Sauerstoff aus geschluckter Luft im Darm aufnehmen. So kann er auch bei niedrigen Wasserstand oder in sauerstoffarmen Wasser überleben. Auch für die Möwen ist das Abfischen ein Festtag. Viele kleine Fische bleiben nach dem Abfischen zunächst im flachen Wasser zurück und stellen so einen Gaumenschmaus dar.

Der Landschaftspflegeverband betreut am Blätterweiher und im ganzen Naturschutzgebiet „Mohrhof“ jedes Jahr umfangreiche Landschaftspflegemaßnahmen: Mahd von Orchideenwiesen, Entbuschen der Dämme, Entschlammung,  Schilfmahd.


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