Staubiger Naturschutz

Fräsen der Sandflächen in der Nähe des Quellenstegs

Zahlreiche Passanten auf dem Pegnitzradweg hielten inne, als die Sandflächen an der Kleinen Mainau "umgegraben" wurden. Landwirt Kurt Leipold aus Stadeln war auf der Naturschutzfläche nördlich des Quellenstegs mit seinem Schlepper zugange. Knapp 500 Quadratmeter der Sandmagerflächen hat er mit der angebauten Fräse durchgewühlt.   

Dieter Speer vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken, der die Aktion anleitete, konnte den Beobachtern des staubigen Treibens den Hintergrund dieser auf den ersten Blick eher destruktiven Maßnahme erklären. Mit der Fräse wurde der Sandboden auf Teilflächen des Magerrasens wieder freigelegt. Es gibt nämlich zahlreiche Tierarten, die solche offenen, sandigen Flächen gerne als Lebensraum nutzen, so der Biologe. Hierzu gehört zum Beispiel die Blauflügelige Ödlandschrecke: Sie kommt an der Mainau häufig vor und hat momentan Paarungszeit. Man kann die Heuschrecke beim Auffliegen gut an den blau leuchtenden Hinterflügeln erkennen. Die Weibchen legen ihre 50 bis 150 Eier im Spätsommer im Boden ab. Im Frühjahr schlüpfen dann die jungen Heuschreckenlarven. Je mehr die Sandflächen zuwachsen, desto unattraktiver wird der Lebensraum für die Ödlandschrecke. Auch für viele solitär lebende, also nicht staatenbildende Wildbienen und  Grabwespen sind die besonnten, vegetationsfreien Flächen begehrte Brutplätze. Der Sandlaufkäfer nutzt die offenen Sandböden als Jagdgebiet. Deshalb entfernt man in mehrjährigen Abständen immer wieder die Vegetation auf kleinen Teilen der Sandbiotope. Silbergras und Sandgrasnelke siedeln sich zusammen mit den anderen typischen Sandpflanzen dann allmählich wieder an.  

Der Landschaftspflegeverband betreut im Auftrag des Amts für Umwelt, Ordnung und Verbraucherschutz etwa 15 Hektar solcher wertvollen Sandlebensräume im Stadtgebiet. Sie werden von Fürther Landwirten gepflegt. Die dabei entstehenden Kosten fördert das Bayerische Umweltministerium und der Bezirk Mittelfranken; für die Stadt als Flächeneigentümerin verbleibt ein Eigenanteil von lediglich 25 %.

 

 

Zurück

© Landschaftspflegeverband Mittelfranken