Sensen-Schnupperkurs ein voller Erfolg

Das Gras in der Wiese steht bereits hoch, ein leises, regelmäßiges Zischen erklingt. Die Sensenlehrer des Sensenverein Deutschland e.V. stehen den Teilnehmern des Sensenkurses zur Seite. Werner Kleemann und Christof Lorenz sind als Sensenlehrer des Sensenvereins Deutschland e.V. an diesem Tag in Rissmannschallbach bei Feuchtwangen dabei. Sie leiten an, korrigieren und ermutigen die Teilnehmer die Sense in sanften, ausladenden Schwüngen durch das Gras gleiten zu lassen, das daraufhin sanft zu Boden fällt. Die anderen Teilnehmer warten in sicherem Abstand bis sie selbst Hand "an die Schneid" legen dürfen. Eingeladen hatten die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) und der Landschaftspflegeverband Mittelfranken (LPV). Der Andrang für den Halbtageskurs war unerwartet groß, sodass statt eines Halbtageskurses kurzerhand zwei Kurse veranstaltet wurden. Dennoch ist die Warteliste der Interessenten am Sensen lang. Zu Recht, denn kaum eine Mähtechnik ist so insektenschonend und ökologisch wie die Mahd mit der Handsense. Vielfältig einsetzbar - vom Steilhang über kleinräumige Gärten, blütenreiche Wiesen und Säume bis hin zu Kleegras - ermöglicht sie dem Anwender ruhiges, entspanntes Arbeiten ohne Lärm und Abgase und den Insekten einen meist schadlosen Rückzug aus dem Schnittgut. Zu Beginn dürfen die Teilnehmer mit einer sanften Qui-Gong-Übung einschwingen. Die beiden Lehrer wollen vor allem vermitteln, dass das Mähen mit der Sense ohne viel Mühe und schneller als gedacht gelingt. Entscheidend ist die richtige Haltung und eine gute Sense. Nach einer kurzen Einführung dürfen alle Teilnehmer unter Anleitung der Sensenlehrer ein Stück Wiese mähen, was bei den meisten gleich erstaunlich gut gelingt. Eine kleine
Einführung in die Sensenpflege und ins Dengeln rundet die Fortbildung ab. Und zu guter Letzt begutachten die beiden Sensenlehrer die von den Teilnehmenden mitgebrachten Sensen – meist sehr alte, noch zu Zeiten der Großeltern im täglichen Einsatz verwendete Exemplare. Darunter finden sich auch besondere Unikate, die die Augen der Sensenexperten zum Leuchten bringen. Am Ende sind sich alle Teilnehmer einig: der Kurs ist fast zu schnell vorüber, macht aber Lust auf weiteres Sensen! Ziemlich sicher werden viele nun wieder ihre alte „Großvater-Sense“ aus dem Schuppen hervorholen, auf Vordermann bringen und sich daran versuchen ihre Wiesen und Gärten zu sensen: tiefenentspannt, insektenfreundlich und in absoluter Ruhe - nur begleitet von einem leisen, regelmäßigen Zischen.

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